Hussein, 15 Jahre
Bekaatal (Libanon)

„Alles wurde zerstört“

Hussein ist 15 Jahre alt. Ende 2016 wurde er bei einem Bombenangriffs in Idlib schwer verletzt, die Hälfte seiner Familie wurde getötet. Ein Bein wurde amputiert und er floh in den Libanon, wo ihn ein Team von Handicap International unterstützte. Er sagt: „Ich denke nicht an die Zukunft, sie hält nichts mehr für mich bereit“.

Bei seiner Ankunft im Libanon hat Hussein fast sechs Jahre Krieg erlebt. Im Oktober 2016 hat er infolge einer Bombardierung ein Bein und die Hälfte seiner Familie verloren. Wenn er davon spricht, scheint der Jugendliche beinahe erstaunt, dass eine solche Tragödie nicht schon früher geschehen ist. „Wir lebten nicht weit entfernt von einer Militärbasis. Wir sahen, wie die Flugzeuge jeden Morgen zu Bombardierungen abhoben.“ Husseins Familie wurde während der Nacht getroffen. „Es war ungefähr drei Uhr morgens, als unser Haus bombardiert wurde. Meine Mutter und viele meiner Geschwister sind tot.“

Hussein ist schwer verletzt. Er wurde als Notfall ins Krankenhaus gebracht, wo ihm das linke Bein amputiert wurde. Der Jugendliche wird nie mehr derselbe sein. Innerlich und äußerlich zerstört, beschließt er, das Land zu verlassen. Ohne seinen Vater zu informieren, flieht er in den Libanon. Er ruft ihn nach seiner Ankunft nur einmal an. „Mein Vater hat mich gefragt, warum ich geflohen bin und ob ich eines Tages nach Syrien zurückkomme. Dort wurde mein Leben zerstört. Hier lebt man in Zelten und hat nichts mehr, aber wenigstens fliegen die Flugzeuge nicht mehr über uns hinweg.“

Der Jugendliche ist sehr deprimiert und denkt an das Leben vor Beginn des Konflikts. „Ich war sehr aktiv und verbrachte gern Zeit mit meinen Freunden. Heute sind alle entweder tot oder in andere Länder geflohen … Ich denke nicht an die Zukunft, es gibt für mich keine mehr.“ Cynthia, die Physiotherapeutin, die Hussein während seiner Rehabilitation betreut, erklärt: „Wir wollen ihm in naher Zukunft psychologische Unterstützung geben. Husseins Verletzung ist im Anfangsstadium und sein Trauma enorm. Seelische Gesundheit ist ebenso wichtig wie Physiotherapie. Wir können ihn nicht in einem solchen Zustand psychischer Belastung belassen.“

Hussein und die Physiotherapeutin stehen beide in einem Zelt auf einem Bein