Kamel, 25 Jahre
Flüchtlingscamp Zaatari (Jordanien)

„Das ist Schicksal“

Kamel ist Syrer. 2016 wurde der 25-Jährige während eines Bombardements verletzt und ist seitdem gelähmt. Früher war er mal Bauer, heute lebt er – nach einem langen Krankenhausaufenthalt – im Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien. Handicap International hilft ihm, sich an sein neues Leben im Rollstuhl zu gewöhnen.

Das Auffälligste an Kamel ist sein breites Lachen, seine offene und fröhliche Natur. Der Rollstuhl ist ein unbedeutendes Detail, sowohl für Kamel als auch für alle, die ihn treffen. „Mit oder ohne Rollstuhl – ich mache einfach weiter wie bisher“, sagt er glücklich. „Ich lebe das Leben, das mir gegeben wurde, das ist alles. Ich bin nicht wütend. Ich hasse nichts und niemanden dafür. Ich akzeptiere mein Schicksal. Ich bin einfach dankbar für das, was Gott für mich entschieden hat.“

Kamel erlebte fünf Jahre Krieg, doch nichts scheint seinen unerschütterlichen Optimismus ins Wanken zu bringen. Nicht einmal, dass er seit dem Unfall gelähmt ist. „Ich wurde von einer Bombe getroffen und verlor sofort das Bewusstsein. Als ich im im Krankenhaus in Jordanien wieder aufwachte, sagte mir der Arzt, dass ein Granatsplitter zwischen zwei meiner Wirbel stecke, ich aber möglicherweise in sechs bis zwölf Monaten wieder laufen könne. Ein Jahr ist vorbei und ich kann immer noch nicht laufen. Ich habe es verstanden. So ist das Leben. Es bringt nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Ich mache einfach weiter wie bisher.“

Handicap International begleitet Kamel seit seiner Ankunft im Camp. „Wir gaben ihm diverse Mobilitätshilfen und einen Rollstuhl“, erklärt Farah, eine unserer Physiotherapeutinnen. „Wir treffen uns auch regelmäßig mit ihm, um seine Eigenständigkeit durch Physiotherapie zu verbessern.“ Am Ende der Sitzung fügt Kamel dann noch hinzu: „Ich bin sehr glücklich in diesem Camp, aber wir würden alle gerne heim nach Syrien, sobald der Krieg vorüber ist. Nicht nur ich. Ihr könnt kommen und uns dort besuchen, wenn ihr wollt!“