Sondos, 8 Jahre
Bekaatal (Libanon)

„Wenn Flugzeuge am Himmel waren, gingen wir nicht zur Schule.“

Sondos ist acht Jahre alt und kommt aus einem belagerten Gebiet in den Vororten von Damaskus. Im Jahr 2016 wurden sie und ihre Familie Opfer einer Bombardierung. Sie floh mit ihren Eltern in den  Libanon und erhält dort psychologische Unterstützung von Handicap International.

Vier kleine Mädchen kauern auf einem Teppich in einer kleinen Wohnung in einem libanesischen Dorf. Sie spielen mit Knete und diskutieren vergnügt mit zwei Mitgliedern eines Teams von Handicap International. Auf den ersten Blick unterscheidet Sondos und ihre Schwestern nichts von anderen Kindern in ihrem Alter. Das kleine achtjährige Mädchen bastelt ein Haus. Die Psychologin Christelle erklärt: „Das schaut banal aus – aber es bedeutet sehr viel.  So können die Mädchen symbolisch alles wieder aufbauen, was sie verloren haben. Und sie können mit uns darüber sprechen.“

Sondos und ihre Schwestern kamen Ende 2016 mit ihren Eltern in den Libanon. Sie sind noch immer stark traumatisiert von dem, was sie in Syrien erlebt haben. Ihr Haus wurde bombardiert und viele Familienmitglieder wurden verletzt. Am Tag der Bombardierung wurde auch Sondos Bein von Granatsplittern zerfetzt.  „Sie haben viele Alpträume und sind Bettnässer. Mit verschiedenen spielerischen Aktivitäten für Kinder helfen wir ihnen, dass es ihnen besser geht“, ergänzt unsere Psychologin.

Sondos spricht mit Christelle auch über andere Bombardierungen, die sie in Syrien erlebte „Wenn Flugzeuge am Himmel waren, sind wir nicht in die Schule gegangen. Wir hatten Angst und blieben zu Hause. Aber ich erinnere mich an einen Tag, als die Flugzeuge später als sonst kamen. Und die Schule direkt gegenüber meiner wurde bombardiert …“ Das kleine Mädchen umarmt ihren Teddybären und fügt hinzu: „Meine Heimat fehlt mir sehr, aber hier gibt es wenigstens keine Flugzeuge und ich habe keine Angst in die Schule zu gehen.“