Über die Ausstellung

Wir geben den Menschen eine Stimme

Im Januar 2017 reiste der französische Photograph Philippe de Poulpiquet nach Jordanien und in den Libanon und traf dort syrische Flüchtlinge.
Für seine Aufnahmen begleitete er die Teams von Handicap International, die die Opfer dieses seit sechs Jahren andauernden Krieges mit unterschiedlichsten Maßnahmen unterstützen. Die Bilder und Videos portraitieren Männer, Frauen und Kinder, deren Alltag plötzlich und ohne Vorwarnung durch eine bis heute andauernde Gewalt unterbrochen wurde, die alle internationalen Regeln verletzt.

Die Ausstellung gibt den Opfern eine Stimme. Sie zeigt, wie das Leben dieser Menschen durch Bombenangriffe aus den Fugen geriet – und wie sie die Erlebnisse nun verarbeiten. Die Ausstellung wurde mit der Unterstützung von ECHO (Europäisches Amt für humanitäre Hilfe) realisiert.
Die Geschichten stehen symbolisch für das, was hunderttausende Menschen in Syrien täglich erleben. Der Einsatz explosiver Waffen in bewohnten Gebieten ist eine grausame Praxis in aktuellen Konflikten, vor allem in Syrien. Die Opfer dieser Barbarei gehören zu 90% der Zivilbevölkerung an.
Explosive Waffen richten in bevölkerten Gebieten verheerende Schäden an: Sie töten direkt oder fügen den Menschen schwere Verwundungen (Verbrennungen, offene Wunden, Frakturen etc.) zu. Sie sind die Ursache für Behinderungen und psychische Traumata. Außerdem zwingen sie Menschen in die Flucht, zerstören Infrastrukturen, Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern und erschweren so den Wiederaufbau in einem zukünftigen Frieden.

Gleichzeitig verlängern diese Bombenangriffe in Syrien und anderen Konfliktländern den Krieg in die Ruhe- oder Friedenszeiten: Im Verlauf eines Angriffs explodiert ein Anteil der Waffen beim Aufschlag nicht und bildet so eine dauerhafte Bedrohung der Bevölkerung auch nach den Kämpfen. Unter dem Schutt warten die explosiven Kriegsreste – bis die heimkehrende Bevölkerung sie auslöst und neue Explosionen neue Opfer fordern.

So fotografierte Philippe de Poulpiquet

Die Porträts dieser Ausstellung wurden von Philippe de Poulpiquet mit einer Fachkamera aufgenommen. Dieses im 19. Jahrhundert erfundene Verfahren erfordert spezielles Material, eine genaue Bedienung – und viel Zeit. Mit dieser edlen Art des Fotografierens spiegelt Philippe de Poulpiquet die Würde der Menschen wider, die er so unsterblich macht.
Philippe de Poulpiquet ist seit 1997 Fotojournalist und arbeitet derzeit als internationaler Reporter für die französische Tageszeitung Le Parisien/Aujourd’hui en France. Im Verlauf der letzten fünfzehn Jahre hat er die wichtigsten Konflikte in Afrika und im mittleren Osten im Bild festgehalten.

Handicap International unterstützt die Opfer des Konflikts in Syrien

Seit 2012 engagiert sich Handicap International für die schutzbedürftigsten Opfer des Konflikts in Syrien. Mit Unterstützung der Europäischen Union sind derzeit mehr als 400 Mitarbeitende im Libanon, in Jordanien und in Syrien tätig. Wir unterstützen insbesondere verletzte und behinderte, alte oder entlegen lebende Menschen. Unsere Teams arbeiten sowohl mit intern Vertriebenen als auch mit Flüchtlingen in den Nachbarländern, egal ob sie in Lagern oder Aufnahmegemeinden leben.

Die Hilfsmaßnahmen sind vielfältig: Wir helfen Verletzten mit Rehabilitation und Orthopädietechnik und Traumatisierten mit psychologischer Unterstützung. Wir ermöglichen den Schwächsten einen Zugang zur humanitären Hilfe und verteilen selbst Notfallsets (wie Nahrungsmittel, unerlässliche Haushaltsartikel etc.). Außerdem beseitigen wir Landminen und Sprengsätze aller Art und klären die Bevölkerung über deren Gefahren auf.